keine Ruhe beim FCB
FC Bayern: Max Eberl als Sportvorstand in der Kritik - Droht das Aus?
- Aktualisiert: 02.04.2025
- 13:59 Uhr
- SID
Die Bayern-Bosse sind offenbar unzufrieden mit einigen Personalentscheidungen. Es sollen Zweifel bestehen, ob der Sportvorstand den Anforderungen des Amtes noch gerecht wird.
Früher, in der Schule, hat Max Eberl vor wenigen Wochen anlässlich seines einjährigen Dienstjubiläums beim FC Bayern gesagt, "hätten wir uns alle immer gerne bessere Noten gegeben. Die Noten gibt aber ein anderer."
Beim FC Bayern sind das gefühlt schon immer und immer noch: Uli Hoeneß und Karl-Heinz Rummenigge. Und die Herren "Lehrer" sind offenbar nicht so zufrieden mit "Schüler" Eberl.
Anders gesagt: Im traditionell lauten Münchner Klassenzimmer rumort es. Der FC Bayern mag als souveräner Tabellenführer der Bundesliga Bestnoten schreiben und "nur" noch zwei spannende Schulausflüge nach Mailand und Barcelona (oder Dortmund!) vom Traumziel "Finale dahoam" entfernt sein.
Doch Pennäler Eberl, der zuletzt wegen einer fiebrigen Bronchitis entschuldigt fehlte, muss dieser Tage überall lesen, dass er von der Schule fliegen könnte.
Das Wichtigste in Kürze
Schon Ende Januar sah der "kicker" den Sportvorstand "unter genauer Beobachtung" und titelte: "Der Druck wächst." Hinter den Kulissen, hieß es, gebe es "einige Irritationen".
Lothar Matthäus: "Es sieht so aus, als würde die Chemie nicht ganz stimmen"
Vor wenigen Tagen meinte "Sky"-Experte Lothar Matthäus zum Verhältnis zwischen Hoeneß und Eberl: "Es sieht so aus, als würde die Chemie nicht ganz stimmen."
Kollege Didi Hamann sekundierte, der Aufsichtsrat um Hoeneß und Rummenigge sowie Eberl seien "zu oft unterschiedlicher Meinung".
Auch ran weiß von einer wachsenden Unzufriedenheit mit Eberl in den Vereinsgremien.
Laut "Süddeutscher Zeitung" ist Eberl "zwischen alle Argumentationslinien geraten". Es stehe die Frage im Raum, "ob die Aufsichtsräte ihrem Sportvorstand den Kaderumbau im Sommer zutrauen".
"Sky" wurde deutlicher. "Der Vorwurf an Max Eberl: Zu viele Alleingänge. Zu wenig interne Kommunikation. Mangelnde Abstimmung." Selbst "der große Knall", also eine Trennung, sei nicht auszuschließen.
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Bayern München: Wir haben "keinen Geld-Scheißer"
Eberl wird vorgeworfen, dass er den vom Aufsichtsrat vorgegebenen Spar- und Verkaufskurs nicht wunschgemäß umsetzt. Den hatte ihm Hoeneß höchstselbst mit dem legendären Satz, der FC Bayern habe "keinen Geld-Scheißer", im Juli verordnet.
Da sagte Hoeneß auch, Linksverteidiger Alphonso Davies bekomme nicht mehr Geld - bekam er von Eberl aber doch. Die vom Sportchef betriebene Verpflichtung von Jonathan Tah scheiterte dagegen an vergleichsweise läppischen fünf Millionen Euro.
Wie bei Davies gab es auch bei den Verlängerungen mit Jamal Musiala und Joshua Kimmich Komplikationen, die auf das Spannungsverhältnis in der Chefetage zurückzuführen waren. Als der Aufsichtsrat das Angebot an Kimmich zurückzog, drohte Eberl ein Gesichtsverlust. Wie nun im Fall Thomas Müller, dessen Weiterbeschäftigung der Sportvorstand im Januar noch in Aussicht gestellt hatte, der jetzt aber womöglich gehen muss.
Video: FC Bayern München: Gesehen? Verwirrung um Urbig-Trikot
Rummenigges jüngste Aussage, die Vertragsverlängerungen seien ja "alle recht ordentlich" gewesen, liest mancher als Vorwurf der Verschwendungssucht. Die geforderten Spielerverkäufe kann Eberl, der allerdings auch erst zwei Transferperioden verantwortet hat, nicht vorweisen.
Max Eberl: Man versucht den "bestmöglichen" Job zu machen
Eberl wiederum störte sich an der allzu frühen Meister-Ansage von Hoeneß ebenso wie an dessen öffentlichem Werben um Jungstar Florian Wirtz.
Der Sportvorstand hält den Kritikern seine gelungene Trainerwahl, einen Kader mit "neuer Energie", den Transfer Michael Olise und Verlängerungen mit Spielern entgegen, "die Bayern München in sich tragen".
Ob's reicht für eine Versetzung? "Am langen Ende versucht man, den bestmöglichen Job zu machen", sagte Eberl. Den Rest "müssen andere bewerten".
Wie damals in der Schule.