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FC Bayern München

Marco Neppe: Der unbekannte Bayern-Planer im Hintergrund

  • Aktualisiert: 16.04.2022
  • 12:23 Uhr
  • ran.de / Oliver Jensen
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© IMAGO/Passion2Press

Marco Neppe tritt als Technischer Direktor des FC Bayern München abseits der Öffentlichkeit auf und widmet sich der Kaderplanung. Sein ehemaliger Förderer traut ihm zu, schon bald Sportdirektor eines Bundesligisten zu sein.

München – Er ist in der Öffentlichkeit kaum präsent und nimmt dennoch großen Einfluss auf die Zukunftsplanung des FC Bayern München. Marco Neppe ist der Technische Direktor des FC Bayern München – oder einfacher ausgedrückt: der Kaderplaner im Hintergrund.

Sein Wort hat im Verein Gewicht. "Ich habe jeden Tag mit Marco und Brazzo (Sportvorstand Hasan Salihamidzic, Anm. d. Red.) ein langes Gespräch", verrät Trainer Julian Nagelsmann. Gemeinsam werden Spiele analysiert und Entscheidungen getroffen. (Arminia Bielefeld - FC Bayern: So., 15:30 Uhr im Liveticker auf ran.de)

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Entdecker von Davies und Musiala

Neppe wird ein Gespür für passende Verstärkungen nachgesagt. Er war an den Transfers von Joshua Kimmich, Serge Gnabry, Niklas Süle und Leon Goretzka beteiligt, hat Alphonso Davies entdeckt und Ausnahme-Talent Jamal Musiala in die Nachwuchsabteilung des FC Bayern gelotst.

"Ich bin sehr zufrieden, dass unser System, talentierte Spieler zu entdecken, sie zu entwickeln und dann in die Profimannschaft zu integrieren, Früchte trägt", sagt Salihamidzic: "Marco Neppe hat hier eine ganz wesentliche Arbeit geleistet."  

Doch worin genau besteht die Aufgabe eines Technischen Direktors? 

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"Der Kontakt zu Beratern ist ein wichtiger Teil meiner Arbeit, ebenso die inhaltliche Führung der Scouting-Abteilung, Marktbeobachtung und Kaderplanung, nicht zuletzt im Austausch mit unserem FC Bayern Campus", erklärt der 35-Jährige in einem Interview auf der Vereins-Webseite.

Neppe plant also, wie die Mannschaft zukünftig auszusehen hat. "Kaderplanung ist ein ständiger, langfristiger Change-Management-Prozess", erklärt er. "Du hast ein mehrdimensionales Puzzle, bei dem alle Teile in einem wirtschaftlichen Rahmen ineinandergreifen müssen: sportlich, charakterlich, in der Mischung sich ergänzend und unterstützend. Die Kernfrage lautet: Wie agiert eine Mannschaft miteinander?"

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Neppe spielte als Profi in der 3. Liga

Neppe war als aktiver Profi Bestandteil verschiedener Mannschaften, spielte bei der U23 von Eintracht Frankfurt sowie bei dem Wuppertaler SV, der SV Wehen Wiesbaden, dem VfL Osnabrück, dem Wuppertaler SV und Alemannia Aachen. Allerdings kam er nie über die 3. Liga hinaus.

Im Jahre 2011, als der damalige Abwehrspieler unter einer hartnäckigen Schambeinverletzung litt, begann er seine Karriere nach der Karriere zu planen. "Ich habe mich gefragt, wo ich in fünf Jahren sein möchte", berichtet er im Gespräch mit "WIR PROFIS".

Der Bereich Fußball-Management weckte sein Interesse: "Mich hat immer interessiert, was hinter diesem Spiel steckt: Was zeichnet einen Spieler, einen Trainer, eine ganze Mannschaft aus? Worin liegen die Erfolgsfaktoren?" 

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Neppe absolvierte ein wirtschaftswissenschaftliches Studium. Während seiner Reha lernte er zudem Jonas Boldt (Sportvorstand Hamburger SV, Anm.d.Red.) kennen, der damals noch als Chefscout von Bayer Leverkusen beschäftigt war.

Neppe widmete sich bereits vor dem Ende seiner aktiven Laufbahn der Spielerbeobachtung. Heißt: Wenn er nicht selber auf dem Platz stand, befand er sich daneben und bewertete im Auftrag von Bayer Leverkusen die Leistungen verschiedener Spieler.

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Michael Reschke nahm Neppe mit zum FC Bayern

Der Wechsel zum FC Bayern München hing eng mit Michael Reschke zusammen. Als der damalige Manager von Bayer Leverkusen im Sommer 2014 zum Rekordmeister wechselte und dort zum Technischen Direktor ernannt wurde, nahm er Neppe als Scout mit. 

Drei Jahre später verließ Reschke Bayern wieder. Doch Neppe blieb! Mehr noch: Er wurde zum Leiter der Scouting-Abteilung ernannt, später dann zum Kaderplaner bzw. Technischen Direktor.

Sein damaliger Förderer glaubt, dass Neppe noch weitere Karriere-Schritte bevorstehen. "Vom Fleiß, der Akribie und der Kompetenz und ganz speziell in Sachen Einschätzung der Spieler ist er für mich absolute Topklasse in Deutschland und Europa", verriet Reschke "SPORT1"-Podcast "Meine Bayern-Woche".

"Ich bin sicher, dass Marco über kurz oder lang die Position des Sportdirektors bei einem Bundesligisten einnehmen wird."

Spätestens dann wäre die Zeit vorbei, in der er in der Öffentlichkeit kaum präsent ist.

Oliver Jensen

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