Sechster Sieg im sechsten Champions-League-Spiel
FC Bayern München: Thomas Müller pusht lautstark seine Mitspieler und hilft damit Julian Nagelsmann
- Aktualisiert: 10.12.2021
- 10:25 Uhr
- ran.de / Stefan Kumberger
Gegen Barca erzielte Thomas Müller seinen 50. Treffer in der Champions League. Gerade jetzt in den Geisterspielen wird der 32-Jährige für seinen Trainer und die Mitspieler ein immer wichtigerer Faktor.
München – Wenig königlich ging es an diesem Königsklassen-Abend in der Allianz Arena zu: Schneeregen, eisige Kälte und keine Zuschauer.
Die Szenerie war eigentlich eines so hochkarätigen Duells unwürdig. Doch einen Vorteil hatte die Geister-Atmosphäre: Reporter vor Ort und die Zuschauer vor dem Fernseher konnten wieder ungestört dem beliebten Sender "Radio Müller" lauschen.
Thomas Müller ackerte, lief und schrie, was das Zeug hielt und machte gegen die Katalanen nicht nur mit seinem Treffer deutlich, wie wichtig er für die Mannschaft von Julian Nagelsmann ist.
"Wenn du da einen hast, der immer coacht und aktiv ist, werden die anderen Spieler auch gepusht. Das ist bei solch einer Kulisse ohne Zuschauer dann vielleicht nochmal bedeutender", sagte der Bayern-Trainer auf der Pressekonferenz nach dem Spiel auf Nachfrage von ran.
Thomas Müller peitscht Jamal Musiala nach vorne
Vor allem Jamal Musiala profitierte in der zweiten Halbzeit von Müller, der ihn verbal an die Hand nahm und immer wieder dirigierte.
Folge: Der Bayern-Youngster bewegte sich gut und stand genau richtig, um das endgültig entscheidende und für die Gastgeber beruhigende 3:0 zu erzielen.
"Er gibt sich nicht auf, er steckt nicht auf. Du kannst ihn auch treiben und er nimmt es an", lobte Müller seinen jungen Mitspieler nach dem Spiel am Mikrofon von "DAZN".
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Thomas Müller wird zum Herbergsvater
Müller agierte nicht nur in dieser Szene wie eine Mischung aus Co-Trainer und Herbergsvater. "Macht hinne" und "Wir gehen auf das nächste Tor" – Müller riss seine Mitspieler immer dann mit, wenn das bayerische Spiel zu statisch wurde.
Damit machte er vor allem den Trainer glücklich.
"Es geht nicht nur darum, dass er in – sagen wir mal – neuneinhalb von zehn Fällen absolut das Richtige coacht, weil er ein extrem gutes taktisches Gespür hat und Dinge versteht. Es geht darum, eine gewisse Aktivität in die Spieler zu bringen", sagte Nagelsmann.
Julian Nagelsmann beklagt psychischen Dämpfer
Dass Müller in der Lage ist, den – wie Nagelsmann sagte – "psychischen Dämpfer", den viele Spieler durch das Fehlen der Fans erleben, auszugleichen, macht ihn für die Bayern so wichtig.
Eine solche Führungsrolle für den 18-jährigen Musiala hatte der ebenfalls auf der Sechser-Position spielende Corentin Tolisso zuvor nicht ausfüllen können. Der Franzose war schlichtweg zu sehr mit seinem eigenen Spiel beschäftigt.
Ganz anders Müller: Der Ober-Bayer war überall zu finden und erzielte nach sehenswerter Vorlage von Robert Lewandowski das 1:0 für den FCB. Es war sein 50. Treffer in der Champions League – nur sechs Spieler haben in diesem Wettbewerb häufiger getroffen.
Sagenhafte Quote gegen Barcelona
"Gegen Barca da flutscht's irgendwie", feixte Müller nach der Partie. Denn das Tor war in seiner Karriere bereits das achte gegen die Katalanen – wohlgemerkt im siebten Spiel.
"Thomas ist immer ein wichtiger Spieler. Aber vielleicht gewinnt er dann nochmal an Bedeutung, wenn keine Zuschauer da sind", sagt Nagelsmann.
Überspitzt könnte man fast meinen, solch wenig königlichen Königsklassen-Abende sind ein wahrer Glücksfall für den FC Bayern – dank "Radio Müller".
Stefan Kumberger
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