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Nationalmannschaft

DFB-Team verliert in Polen - Bastian Schweinsteiger spricht Klartext: "Karren aus dem Dreck ziehen"

  • Aktualisiert: 17.06.2023
  • 11:24 Uhr
  • ran.de
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© IMAGO/Ulmer/Teamfoto

Die nächste Enttäuschung für die deutsche Nationalmannschaft, in Polen setzte es eine 0:1-Niederlage. Nach dem Spiel schlägt Bastian Schweinsteiger Alarm, doch Bundestrainer Hansi Flick behält unbeirrt seinen Optimismus. Wir haben die Stimmen gesammelt.

Die deutsche Nationalmannschaft kommt weiterhin nicht in Tritt. Auch im zweiten Testspiel enttäuschte das DFB-Team über weite Strecken und verlor in Polen mit 0:1. Nach einer Leistungssteigerung in der zweiten Halbzeit war es am Ende die fehlende Konsequenz im gegnerischen Strafraum, die ein besseres Ergebnis verhinderte.

Bundestrainer Hansi Flick geht seinen Weg der Experimente aber unbeirrt weiter, und er glaubt an sein Team, wie er nach der Pleite in Warschau betonte. Wir haben die Stimmen zum Spiel gesammelt.

Bastian Schweinsteiger (ARD-Experte): "Vielleicht ist dies das aktuelle Leistungsniveau der deutschen Mannschaft. Vielleicht müssen wir die Erwartungshaltung ein bisschen herunternehmen und müssen hoffen, dass das Jahr genutzt wird, dass wir noch besser werden. Wir tun uns extrem schwer, Tore zu machen. Im September muss geliefert und die Euphorie entfacht werden. Es müssen Automatismen in die Spiele und es muss die Mentalität da sein. Du musst giftig, aber auch böse sein, nicht nur beim Verteidigen, sondern auch in der Offensive."

über die aktuelle Vorbereitung auf die EM 2024: "So kann das nicht weitergehen. Der Prozess geht nicht voran, weil Flick viel testet. Er muss sich dann im September mit seinem Team hinsetzen und bereit sein, wenn man gegen die Großen spielt. Du brauchst einen gewissen Rhythmus für die EM."

zum Kader: "Man muss über die Nominierungen nachdenken, ob man in Deutschland immer die Spieler haben möchte, die großes Potenzial haben. Oder man sucht nach den Spielern, die die Einstellung dazu haben, mit denen man sich mehr identifizieren kann. Bei Niclas Füllkrug zum Beispiel hat man das Gefühl, dass er es als Geschenk ansieht, bei der Nationalmannschaft zu sein, und er gibt alles dafür. Vielleicht gibt es da auch andere Spieler in der Bundesliga, wie zum Beispiel Robert Andrich, Rani Khedira oder Christian Günter, die über Jahre hinweg auf einem guten Niveau spielen. Wir sollten nicht immer nur das Fußballerische in den Vordergrund stellen, sondern auch das Läuferische und die Leidenschaft. Man muss es sich wieder verdienen."

über mögliche Wege aus der Krise: "Wenn es nicht läuft, dann kommt Kritik. Damit muss Kimmich klarkommen. Da antwortet man am besten mit einem Titel. Er ist ein Leader der Mannschaft. Ich erwarte von den Spielern, die länger dabei sind, dass sie den Karren aus dem Dreck ziehen. Einige Spieler beanspruchen zwar Führungsqualitäten für sich, aber am Ende des Tages muss man es hier auf dem Platz sehen und da vermisse ich diesen Elan, diesen Biss. Ribéry und Robben wollten immer den Ball haben. Wenn ich nach links zum Franck gespielt habe, war Arjen auf der anderen Seite sauer, dass er den Ball nicht bekommen hat. Solche Mentalität würde ich mir gerne wünschen."

Hansi Flick (Bundestrainer): "Vom Ergebnis her ist das absolut enttäuschend. In der ersten Halbzeit waren wir zu fahrig, wir haben kein großes Tempo gehabt und nur wenige Chancen kreiert. Wir haben den Ball einfach nur in den eigenen Reihen gehalten. In der zweiten Halbzeit haben wir uns gesteigert, haben Chancen herausgespielt. Positiv ist, dass es die Mannschaft in der zweiten Halbzeit versucht hat, aber man muss die Angriffe mit mehr Überzeugung vortragen und versuchen, die Chancen kompromisslos zu machen. Wir sind in einem Prozess, wir probieren aus. Klar, wir brauchen Ergebnisse, auch die Mannschaft, denn die Überzeugung ist noch nicht da. Da müssen wir hinkommen. Wir sind in einer Phase, die nicht ganz so einfach ist. Wir werden da herauskommen. Wir können auf der zweiten Halbzeit aufbauen. Es ist ein langer Weg, aber wir haben Zeit genug. Ich bin sehr zuversichtlich, was unseren Weg angeht. Wir werden nächstes Jahr im Juni eine Mannschaft haben, die funktioniert."

Robin Gosens: "Ich habe gehofft, dass wir endlich mal ein Erfolgserlebnis feiern, in Aufbruchsstimmung kommen, das Land hinter uns kriegen. Wir wissen alle, dass das nur über Resultate, über Siege geht. Wir haben eine sehr gute zweite Halbzeit gespielt, aber man muss sich auch endlich mal belohnen." 

in der Mixed Zone nach dem Spiel: "Die Lage ist todernst. Wir wissen das ja selber, dass wir punkten müssen, dass wir Siege brauchen, dass wir das Land hinter uns bringen müssen. Wir haben nächstes Jahr eine Heim-EM, das muss ein riesengroßes Fußballfest werden. Da brauchen wir das ganze Land hinter uns, um möglichst geil zu performen. Und das geht nur über Resultate. Was aktuell fehlt, ist das Sich-Belohnen. Wir sind auch nicht auf den Kopf gefallen, wir wissen, dass es nur über Resultate geht, das Land hinter sich zu bekommen. Das ist das, was fehlt, und das ist einfach große Scheiße."

mit Blick auf das Spiel gegen Kolumbien: "Es ist essenziell, dass wir die Saison mit einem absoluten Erfolgserlebnis gegen Kolumbien beenden. Das hat wirklich oberste Priorität bei uns."

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