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Motorsport DTM

"Aus Spaß wurde Ernst": Wie das Land-Team Audi doch noch in die DTM brachte

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© Markus Toppmöller

Damit hatte niemand mehr gerechnet: Durch Ricardo Feller, der nach dem Aus für sein DTM-Team Allied Racing eine Porsche-Freigabe erhielt, und die Land-Motorsport-Truppe ist 2025 doch noch ein Audi R8 LMS GT3 Evo II in der DTM am Start. "Wir haben auch nicht wirklich damit gerechnet", spielt Teamchef Christian Land im Gespräch mit Motorsport-Total.com auf den unverhofften DTM-Einstieg an.

Aber wie kam es eigentlich dazu? "Ricardo ist ein Freund unseres Teams, unserer Familie. Wir sind den ganzen Winter in Kontakt, und man tauscht sich aus und fragt, wie es läuft", erzählt er. Als klar wurde, dass Fellers DTM-Projekt ins Wasser fällt, sei man "in den Spaß verfallen und hat gesagt: 'Eigentlich wäre es geil, wenn wir wieder was zusammen machen könnten.' Und aus dem Spaß wurde Ernst."

Der Impuls sei von Land ausgegangen, dann habe man sich "zusammengesetzt, einige Gespräche geführt - und wir haben dann vor gut einer Woche tatsächlich den Sack zugemacht", so Land über das im letzten Moment entstandene Projekt des Traditionsteams mit Feller, der 2021 im Land-Audi den ADAC-GT-Masters-Titel holte.

"Spaßige Gespräche" vor rund einem Monat

Diese ersten Gespräche haben "vor gut drei, vier Wochen" stattgefunden, konkretisiert Land. "Da war es wirklich noch hundertprozentiger Spaß." Das Timing stimmt ungefähr damit überein, dass Allied Racing in der ersten März-Woche 2025 den DTM-Einsatz absagte. Vom "Commitment" bis zum offiziellen DTM-Test am Mittwoch, an dem das Team teilnahm, "war es knapp eine Woche", die verblieb, um die Truppe zusammenzustellen, so Land.

Und nun ist Land-Motorsport plötzlich Teil der DTM. "Es ist für mich ein extrem tolles Gefühl, jetzt hier im DTM-Fahrerlager zu stehen", sagt Christian Land. "Gerade mit Ricardo, mit dem Audi, mit der ganzen Truppe, die wir haben."

"Gibt nicht so viele, die so ein Fahrzeug besser kennen"

Auch wenn das Projekt extrem kurzfristig entstanden ist, profitiert Land-Motorsport davon, dass man den Audi R8 LMS GT3 seit 2016 erfolgreich einsetzt. "Wir haben ein sehr gutes Team beisammen, hatten in den letzten Jahren eine Menge Erfolg mit Audi. Unsere Truppe ist ein eingeschworenes Team, gerade auf das Produkt Audi. Es gibt nicht so viele, die so ein Fahrzeug besser kennen als wir", sagt er.

Das zeigt unter anderem auch der Sieg des Teams aus dem Westerwald beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring im Jahr 2017.

Feller tritt tatsächlich im Meisterauto von 2021 an

Beim Test in Oschersleben, bei dem Feller insgesamt 131 Runden absolvierte und auf Platz 18 landete , saß der Schweizer übrigens im Land-Audi, der auf den Namen "Joleen" getauft wurde und im Vorjahr im ADAC GT Masters im Einsatz war. Das Fahrzeug im Carbon-Look wird aber nicht sein Auto bleiben.

"Das Einsatzauto ab dem ersten Rennen wird Ricardos Meisterauto von 2021 sein", bestätigt Land die Spekulationen im DTM-Fahrerlager. Der Audi R8 LMS GT3 wurde nach Fellers Titel im ADAC GT Masters von seinem Vater erworben und mit einem Klarlack versiegelt, damit die Patina vom Titelgewinn erhalten bleibt.

Davon muss man sich nun trennen, denn das Fahrzeug wird vor dem Auftakt mit dem Evo-Kit versehen, das seit 2022 im Einsatz ist, und neu beklebt. "Wir sind momentan an Entwürfen dran", bestätigt Christian Land. "Es werden einige Partner draufstehen."

Land-Team peil in der DTM Top-5-Ergebnis an

Zudem bestätigt er, dass das Projekt trotz der kurzfristigen Entstehung auf gesunden Beinen steht. "Ohne eine durchfinanzierte Saison würde man in der DTM nicht an den Start gehen", spricht er Klartext.

Mit welchem Ergebnis er am Ende zufrieden wäre? "Ich will die Erwartung nicht zu hoch setzen, da bin ich ganz ehrlich", holt er aus. "Natürlich sagt man: Wenn ich teilnehme, will ich gewinnen, aber das ist zu weit weg für uns momentan. Mit einem Top-5-Ergebnis könnten wir Ende des Jahres schon alle sehr glücklich sein", peilt das Team im Debütjahr in der DTM einen Platz im Vorderfeld der Gesamtwertung an.

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