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Motorsport DTM

Offizieller DTM-Test Oschersleben: Porsche-Stärke auf "Rallycross-Strecke"

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© Markus Toppmöller

Manthey-Porsche-Dominanz beim offiziellen DTM-Testtag in Oschersleben, wo in drei Wochen der Saisonauftakt stattfindet: Ex-Champion Thomas Preining fuhr am Mittwoch in 1:21.887 die Tagesbestzeit und war um 0,324 Sekunden schneller als Teamkollege Ayhancan Güven. Auf Platz drei landete mit 0,501 Sekunden Rückstand Jordan Pepper im Grasser-Lamborghini, der sich knapp vor Teamkollege Luca Engstler einreihte.

Fünfter und Sechster wurden die AMG-Piloten Jules Gounon (+0,712) und Lucas Auer (+0,771). "Besser als ganz hinten", kommentiert Preining im Gespräch mit Motorsport-Total.com die Bestzeit. "Aber wir wissen, dass sonst keiner irgendwas gezeigt hat und wir sicher keine Sekunde vorne sind."

Damit spielt er trotz der bekannten Porsche-Stärke in Oschersleben auf die großen Rückstände einiger Mitfavoriten an. Ob er glaube, dass die Konkurrenz nachlegen könne? "Naja, das weiß ich. Weil wir noch nie eine Sekunde vorne waren", spricht der Österreicher Klartext.

Ausrutscher von Ferrari-Neuling sorgt für Abbruch

Preining, der seine Bestzeit wie die Top 3 am Vormittag fuhr, war einer der fleißigsten Piloten und spulte insgesamt 143 Runden ab. Der einzige Testtag in Oschersleben vor dem Auftakt fand bei Temperaturen zwischen fünf und 17 Grad und sonnigem Wetter statt.

Zwischenfälle hielten sich beim einzigen Oschersleben-Testtag in Grenzen: Schubert-BMW-Pilot Marco Wittmann dürfte in der ersten Stunde eine Flüssigkeit verloren haben, am Nachmittag gab es einen Ausrutscher von Emil-Frey-Ferrari-Neuling Ben Green, der für die einzige rote Flagge des Tages sorgte.

Vor allem die niedrigen Temperaturen am Morgen boten eine gute Gelegenheit, auf den neuen Pirelli-Reifen die wichtigen Qualifying-Simulationen durchzuführen, denn auch an den DTM-Wochenenden ist es beim Qualifying oft kalt. Preining Bestzeit war um 0,422 Sekunden langsamer als die Pole-Zeit von Jack Aitken aus dem Vorjahr.

Wie wirken sich Änderungen in erster Kurve aus?

Abgesehen von den Bedingungen könnte das auch an der etwas entschärften ersten Kurve liegen, denn in der Linkskurve wurden innen Poller aufgestellt, in der folgenden Rechtskurve ebenfalls innen eine Betonfläche beseitigt, damit die Piloten nicht mehr abkürzen können.

"Du musst die Kurve jetzt eckiger fahren. Das kostet schon eineinhalb Zehntel", so Grasser-Lamborghini-Pilot Engstler. Interessant: Beide Grasser-Piloten waren schneller als Markenkollege und Champion Mirko Bortolotti (+0,799) auf Platz sieben und dessen Abt-Teamkollege Nicki Thiim (+1,178) auf Rang 13.

Dennoch zieht Bortolotti nach seinem ersten Abt-Testtag für die DTM eine positive Bilanz: "Es war sehr gut. Was wir uns vorgenommen haben, haben wir von vorne bis hinten durchgezogen, keine Probleme am Auto", sagt er im Gespräch mit Motorsport-Total.com. "Natürlich gibt es Kleinigkeiten, die wir aussortieren müssen und uns anschauen müssen, aber ich bin zufrieden."

Bortolotti: Kurs wurde "zu einer Rallycross-Strecke"

Dazu gehört offenbar auch der Umgang mit dem neuen Pirelli-Slick, der sich laut Bortolotti anders anfühlt als sein Vorgänger. "Es war nicht so, dass wir den Reifen raufgeschnallt haben und es perfekt zum Auto gepasst hat", so der in Wien lebende Italiener. Daran müsse man noch arbeiten, das sei aber normal am ersten Testtag.

Auch die Streckenbedingungen beeinträchtigten die Testarbeit. "Die Strecke wurde innerhalb von ein paar Minuten zu einer Rallycross-Strecke", fällt Bortolotti auf. "Viele platzieren gerne mal ein Rad neben der Strecke - und dann ist die Strecke sandig, voller Kies." Das sorge für "null" Grip.

Ford-Team HRT kämpft noch mit Reifentemperatur

Ebenfalls mit den Reifen kämpfte das neue Ford-Team HRT, das bei der Premiere des Mustang GT3 in der DTM nur auf die Plätze 19 für Arjun Maini (+1,499) und 22 für Fabio Scherer (2,053) kam. "Was die Kunst angeht, Vorder- und Hinterachse gleichzeitig im Fenster zu haben, müssen wir noch was tun", sagt HRT-Teamchef Ulrich Fritz im Gespräch mit Motorsport-Total.com.

Er stellte sich bei einer Qualifying-Simulation selbst vor das rechte Vorderrad von Mainis Mustang, damit die über die Felge generierte Temperatur nicht entweicht. Anders als erwartet sei der Mustang gerade "auf der Hinterachse stärker", erklärt er.

Abgesehen davon habe man das Testprogramm "ganz gut durchgearbeitet", so Fritz. "Dass Oschersleben nicht das Pflaster des Mustangs sein wird, wussten wir vorher schon." Dennoch sei der Rückstand geringer als die 1,5 Sekunden von Maini, der einen Fehler in seiner Qualifying-Simulation hatte.

Glock, Feller und Aston Martin nicht im Vorderfeld

Neben den neuen Pneus stand für die Teams auch der erste Test mit dem vollsynthetischen Kraftstoff auf dem Programm, der 2025 in der DTM eingeführt wird. Erster Eindruck: Es gab keinerlei offensichtliche Motorenprobleme, möglicherweise aber einen höheren Verbrauch. Die Daten werden nun beim DMSB eingereicht und vor dem DTM-Auftakt in Hinblick auf die Renndistanz analysiert.

Wie die weiteren Premieren liefen? DTM-Rückkehrer Timo Glock wurde im McLaren mit 1,244 Sekunden Rückstand 15., Ricardo Feller kam im kurzfristig vorbereiteten Land-Audi auf Platz 18 (+1,465) und die beiden Comtoyou-Aston-Martin-Boliden Gilles Magnus und Nicolas Baert rangierten bei der DTM-Premiere am Ende des Feldes.

Gesamtergebnis des Oschersleben-Tests: 1. Thomas Preining (Manthey-Porsche) 1:21.887 2. Ayhancan Güven (Manthey-Porsche) +0,324 3. Jordan Pepper (Grasser-Lamborghini) +0,501 4. Luca Engstler (Grasser-Lamborghini) +0,515 5. Jules Gounon (Winward-Mercedes) +0,712 6. Lucas Auer (Landgraf-Mercedes) +0,771 7. Mirko Bortolotti (Abt-Lamborghini) +0,799 8. Morris Schuring (Manthey-Porsche) +0,800 9. Maro Engel (Winward-Mercedes) +0,857 10. Maximilian Paul (Paul-Lamborghini) +0,871 11. Ben Dörr (Dörr-McLaren) +0,925 12. Tom Kalender (Landgraf-Mercedes) +1,120 13. Nicki Thiim (Abt-Lamborghini) +1,178 14. Marco Wittmann (Schubert-BMW) +1,204 15. Timo Glock (Dörr-McLaren) +1,244 16. Jack Aitken (Emil-Frey-Ferrari) +1,360 17. Ben Green (Emil-Frey-Ferrari) +1,417 18. Ricardo Feller (Land-Audi) +1,465 19. Arjun Maini (HRT-Ford) +1,499 20. Rene Rast (Schubert-BMW) +1,507 21. Thierry Vermeulen (Emil-Frey-Ferrari) +1,580 22. Fabio Scherer (HRT-Ford) +2,053 23. Gilles Magnus (Comtoyou-Aston-Martin) +2,557 24. Nicolas Baert (Comtoyou-Aston-Martin) +3,674

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