Formel E: Die Gewinner und Verlierer des Saisonauftakts in Saudi-Arabien
Formel E: Die Gewinner und Verlierer des Auftakts
Folgenschwere Crashs, ein bisschen Chaos und viele Unwägbarkeiten. Der Saisonauftakt der Formel E in Saudi-Arabien hatte es nicht nur in sich, sondern auch einige Gewinner und Verlierer zu bieten. ran.de zeigt sie.
Gewinner: Formel E
Die Formel E hat mal wieder geliefert. Es gab Action, Unterhaltung, Unwägbarkeiten, dazu eine gehörige Portion Chaos. Ein Erfolgsrezept, das dafür sorgte, dass die Rennen nicht langweilig wurden. Dazu hatte es ran racing-Experte Daniel Abt am Freitag nach dem ersten Tag ja groß angekündigt: Diejenigen, die nach dem ersten Rennen lachten, würden am nächsten Tag weinen und umgekehrt. So kam es auch. Für die Fahrer vielleicht frustrierend, für die Zuschauer immer noch die besten Zutaten für eine hoffentlich spannende und abwechslungsreiche Saison.
Gewinner: Rene Rast
Rene Rast bewies, warum er zu den besten Motorsport-Allroundern gehört. Der dreimalige DTM-Champion war schnell auf Betriebstemperatur, fuhr am Freitag einen starken vierten Platz ein (und es war sogar noch mehr drin). Am Samstag verspekulierte sich Audi im Qualifying, doch Rast raste von Startplatz 19 aus in die Punkteränge vor. Dass er dann noch zwei Zeitstrafen kassierte, katapultierte ihn zwar ans Ende des Feldes. Doch die Ansätze stimmen. Stellt er die Fehler ab, kann er für weitere Highlights sorgen.
Gewinner: Sicherheit
Heftige Crashs wie die von Edoardo Mortara und Alex Lynn wollen wir eigentlich nicht sehen, aber sie haben gezeigt, dass Formel E sicher ist. Beide mussten ins Krankenhaus, kamen aber mehr oder weniger mit dem Schrecken davon. Auch das Quali-Verbot für die Mercedes-Teams nach dem Mortara-Unfall war richtig, damit Mercedes den Software-Fehler beseitigen kann. Sicherheit geht vor.
Gewinner: Nyck de Vries
Der Freitag gehörte nur Nyck de Vries. Schnellster im Training, Schnellster im Qualifying und dann auch noch Rennsieger. Am Samstag war der Mercedes-Pilot im dritten Training als Zweiter schon wieder vorne dabei, ehe er von der Technik ausgebremst wurde. Durch das Rennchaos wurde der Niederländer dann noch in die Punkte gespült. Führt die Gesamtwertung mit 32 Zählern an - und das hochverdient.
Verlierer: BMW
Die Münchner haben in ihrer letzten Saison in der Formel E große Ambitionen, doch BMW erlebte einen ganz schwachen Auftakt, ging mit Maximilian Günther und Jake Dennis komplett leer aus. Bitter für Günther: Er wurde im Vorfeld als einer der Titelkandidaten gehandelt, flog aber in beiden Rennen ab. Er ist noch nicht in der Saison angekommen.
Verlierer: Jean-Eric Vergne
Das gilt auch für Jean-Eric Vergne, immerhin zweimaliger Champion. Titelverteidiger DS Techeetah kam am Freitag schlecht aus den Startlöchern, Teamkollege und Titelverteidiger Antonio Felix da Costa konnte am Samstag aber Schadensbegrenzung betreiben. Und Vergne? Der kassierte eine unglückliche Zeitstrafe, weil er bis zum Rennabbruch seinen Attack Mode noch nicht genutzt hatte. Unter dem Strich stehen deshalb null Punkte und ein echter Fehlstart.
Verlierer: Andre Lotterer
Auch Porsche zählt zum Favoritenkreis, Daniel Abt hat dabei vor allem Pascal Wehrlein auf der Rechnung. Während der in beiden Rennen zumindest punkten konnte, hat sein Teamkollege Andre Lotterer nix gerissen. Negativer Höhepunkt war sein Crash am Samstag im Training, durch den er das Qualifying verpasste und im Rennen so chancenlos war, dass selbst die ganzen Ausfälle und Strafen nur zu Platz elf reichten.
Verlierer: Stoffel Vandoorne
Der erste Gegner ist immer der Teamkollege, und damit auch die erste Referenz. So gesehen sah Stoffel Vandoorne im Vergleich zu Nyck de Vries doch recht alt aus. Als der Niederländer am Freitag den ersten Saisonlauf gewann, wurde Vandoorne nur Achter. Am Samstag ging der Belgier komplett leer aus. Keine Frage: Der frühere Formel-1-Pilot muss zulegen, um nicht schon früh die Nummer zwei bei Mercedes zu sein.