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Motorsport Formel 1

Isack Hadjar und das Männerproblem, das Naomi Schiff noch nie hatte ...

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© LAT Images

Schmerzhafte Erfahrung für Rookie Isack Hadjar an seinem erst dritten Wochenende in der Formel 1: Beim Racing-Bulls-Piloten sitzt in Q1 der Sicherheitsgurt nicht richtig, am Funk meldet sich Hadjar gleich mehrmals aufgeregt bei seinem Team: "Ich kann mich einfach nicht konzentrieren", bittet der Franzose um Hilfe: "Es ist so einfach nicht fahrbar."

Ex-Formel-1-Pilot Alex Wurz bringt Hadjars Männerproblem im ORF trocken auf den Punkt: "Dem hat es die Gogerl [Bairisch-Österreichisch für Hoden] eingezwickt." Der Experte erklärt: "Du kannst nicht fokussiert fahren, es geht nicht, wenn du bei jedem Anbremsen mit 5 G einen Tritt in den Schritt bekommst", so Wurz, der mit Hadjar mitleidet: "Das ist sehr, sehr unangenehm und tut richtig weh."

Allein: Während Wurz offenbar aus Erfahrung spricht, können längst nicht alle Experten im Fahrerlager den Schmerzen nachempfinden, vor allem nicht die weiblichen: Ex-Rennfahrerin Naomi Schiff erntet beim englischsprachigen TV-Sender Sky den Lacher des Tages, als sie Hadjar dazu eine Frage stellt, "weil das offensichtlich kein Problem ist, das ich jemals in meiner Karriere hatte"...

Hadjar über "Gogerl"-Gate: "Es war ein Albtraum"

Von Experte Wurz gibt es deshalb aber auch Kritik, schließlich hatte Hadjar schon im dritten Training ähnliche Schwierigkeiten: "Das ist oftmals ein Problem, wenn man einsteigt in diese ganz engen Autos. Dann muss man wieder aussteigen, alles in die richtigen Bahnen lenken und schieben", so Wurz: "Wenn ihnen das zum zweiten Mal nicht gelingt, dann müssen sie dran arbeiten - und ich hätte vermutet: Nach dem freien Training. Oftmals hat das mit neuen Sicherheitsgurten zu tun."

Nach Meinung des Ex-Rennfahrers müssen sich Hadjar und sein Team für die Wiederholung im Qualifying aber "selber schimpfen". Wurz: "Irgendwann kann es nicht als Ausreden zählen, sondern das ist die Aufgabe, die musst du halt einfach erledigen. Dann musst du versuchen fünf Minuten früher einzusteigen, damit du auch richtig sitzt und alles passt", sagt der Österreicher: "Es ist in anderen Rennautos genauso eng, in einem Formel-3-Auto, Formel-2-Auto. Es ist nicht zum ersten Mal, dass er sich anschnallt."

Der Franzose selbst gelobt jedenfalls Besserung: "Ich werde meinen Abend damit verbringen", scherzt er in Bezug auf die erhoffte Vermeidung einer Wiederholung des schmerzhaften Malheurs. Denn wirkliche Erlösung gibt es für den Racing-Bulls-Piloten erst in der Pause zwischen Q1 und Q2, als er kurz aus dem Cockpit aussteigen und sich anschließend wieder komplett neu anschnallen kann.

Horner über Hadjar: "Hatte etwas mit Nüssen zu tun"

Dann sei wieder "alles okay" gewesen, berichtet der 20-Jährige - und zeigt dies auch auf der Strecke: Während sein von Red Bull degradierter neuer Teamkollege Liam Lawson in Q2 genauso ausscheidet wie dessen Nachfolger Yuki Tsunoda, zieht Hadjar ins Top-10-Shootout ein. Dort fährt er schlussendlich auf den starken siebten Startplatz.

"Nicht schlecht, oder?", strahlt der Pariser anschließend im Interview mit Sky. Die ersten beiden Qualifying-Abschnitte seien - abgesehen von dem Gurt-Problem - zwar okay gewesen, "aber ich war noch nicht komplett zufrieden. In jeder Runde konnten wir das Set-up und die Balance aber weiter verbessern. Und auf der letzten Runde, da ist das Auto zum Leben erwacht. Die Runde war fantastisch, viel schneller wäre es nicht gegangen." Nur in der letzten Schikane habe er "ein Zehntel liegengelassen, das ärgert mich ein bisschen - aber der Rest war wirklich richtig gut".

Dabei weiß Hadjar, dass ihm der gutmütige Racing Bull im Vergleich zum zickigen Red Bull natürlich entgegenkommt: "Das Auto fährt sich angenehm und berechenbar. Es ist schnell, effizient - und wenn es sich gut fährt, dann kann ich auch abliefern." Zumindest, wenn der Gurt richtig sitzt. "Unglaublich, wirklich beeindruckend", lobt da selbst Red-Bull-Teamchef Christian Horner, dem die starke Performance des Rookies genauso wenig verborgen geblieben ist wie das Thema des Tages in Suzuka:

Horner scherzt: "Ich denke, er dürfte jetzt nach dem Qualifying mit einer etwas höheren Stimme sprechen." Erstmal in Fahrt, legt er in Bezug auf Hadjars Problem nach: "Ich glaube, es hatte etwas mit Nüssen zu tun [im englischen Original: "nuts"]. Keine Ahnung, ob es Radmuttern [englisch: "wheelnuts"] waren", kann sich Horner im Gespräch mit F1TV-Reporterin Laura Winter einen letzten Scherz zum "Gogerl"-Gate nicht verkneifen...

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