Vier Siege in 15 Spielen
DFB-Team verliert gegen Polen: Diese Mannschaft würde die EM-Quali nicht schaffen - Kommentar
- Aktualisiert: 06.07.2023
- 06:04 Uhr
- ran.de / Marie.Schulte-Bockum
Das 0:1 gegen Polen ist der traurige Schlusspunkt einer denkwürdigen DFB-Woche. Die Nationalmannschaft schlittert unter dem ratlosen Bundestrainer Hansi Flick immer tiefer in die Krise. Ein Kommentar.
Es tut weh, wenn nach einer 0:1-Niederlage gegen Polen nicht etwa Wut, sondern Resignation in den Gesichtern der deutschen Spieler zu sehen ist.
Irgendwie wundert dieses Ergebnis, diese blutleere Leistung im ersten Durchgang, dann doch niemanden mehr. Von den letzten 15 Länderspielen konnte diese Mannschaft nur vier Spiele gewinnen (sieben Unentschieden, vier Niederlagen). Erfolglosigkeit kann eben zur Gewohnheit werden.
Die wenigen Deutschen, die diesen Freitagabend im Juni vorm Fernseher verbrachten, werden ihre Entscheidung wohl bereuen. Es waren 90 Minuten, die sie nie zurückbekommen werden.
Wie wenn man enttäuscht aus dem Kino kommt, weil der Film überraschend schlecht war, nachdem der Trailer doch richtig Bock gemacht hatte.
Wie ein Hollywood-Trailer las sich die deutsche Aufstellung für das Spiel in Warschau: Florian Wirtz, Jamal Musiala und Kai Havertz in einer Elf! Geballte Kreativität, Technik und Spielkunst, was kann da noch schief gehen?
Wie im falschen Film muss sich dann auch der Bundestrainer gefühlt haben, dessen Aufstellungs-Experiment mal wieder kein Happy End hatte.
Denn obwohl die drei Ballkünstler ein paar gelungene Einzelszenen im letzten Drittel hatten, fehlte ihnen vorm Tor ein Vollstrecker, den sie beschenken können: Jemand wie Polens Nummer 9, Robert Lewandowski.
DFB-Team: Immer neue Fragen statt Antworten
Es ist wie verflucht: Flick probiert bei jeder Gelegenheit neue Taktik-Kniffe (Stichwort: Dreierkette), neue Startelf-Varianten (Stichwort: Florian Wirtz) und neue Rhetorik (Stichwort: Verteidigungsrede für Joshua Kimmich).
Doch jedes Länderspiel wirft neue Fragen auf, anstelle die alten zu beantworten.
"Ihr könnt gerne mich kritisieren, aber lasst die Spieler nach einer langen Saison draußen", sagte der Trainer nach dem 3:3 gegen die Ukraine.
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Hansi Flick steht längst im Mittelpunkt der Kritik
Dabei steht der Bundestrainer längst im Mittelpunkt der Kritik. Denn eine lange Saison haben alle anderen auch gespielt.
Zum Beispiel Spaniens Rodri, der am Donnerstag für sein Land durchspielte und den Siegtreffer gegen Italien auflegte - sechs Tage nachdem er Manchester City in Istanbul zum Champions-League-Triumph geschossen hatte.
Oder der 37-Jährige Luka Modric, der seine Kroaten soeben ins Finale der Nations League führte - und dort auf Rodris Spanier trifft.
Macht Flick die Nationalmannschaft schlechter?
Flick, der den FC Bayern als einer der besten Trainer der Welt verließ, steht aktuell unter Verdacht, die Nationalmannschaft schlechter zu machen als er sie vorfand.
Die einzig gute Nachricht diese Länderspielpause?
Gott sei Dank sind wir für die kommende Europameisterschaft als Gastgeber automatisch qualifiziert.