Bundesliga
FC Bayern: Klares Signal an Mathys Tel! Jetzt muss auch mehr Spielzeit her – ein Kommentar
- Aktualisiert: 07.03.2024
- 22:19 Uhr
- Justin Kraft
Mathys Tel verlängert seinen Vertrag beim FC Bayern München bis 2029. Für den 18-Jährigen ist es eine verdiente Wertschätzung. Doch so langsam ist es auch an der Zeit für mehr Vertrauen in ihn. Ein Kommentar.
Mathys Tel erntet mit der Verlängerung beim FC Bayern München die Früchte einer starken Saison. Noch wichtiger wäre jetzt aber, dass er die Spielzeit erhält, die er sich längst verdient hätte.
Um die Saison des jungen Stürmers einzuordnen, lohnt ein Vergleich zu Jamal Musiala. Als Musiala in der Saison 2020/21 in etwa in dem Alter war, in dem der Franzose jetzt ist, kam er am Ende auf 1.301 Pflichtspielminuten, sieben Tore und eine Vorlage für den FCB. Im Jahr darauf konnte das Top-Talent der Münchner bereits acht Tore und sechs Assists in 1.980 Pflichtspielminuten beisteuern. Spätestens seit letzter Saison ist er nicht mehr aus der Startelf wegzudenken.
Als Tel im Sommer 2022 für 20 Millionen Euro Ablöse zum FC Bayern wechselte, war er 17 – also in einem ähnlichen Alter wie Musiala, als der seine ersten Einsätze sammelte. In der Debütsaison lief es mit 600 Pflichtspielminuten noch schleppend. Immerhin gelangen ihm dabei aber schon sechs Tore.
Auch in dieser Saison weiß Tel mit seinem guten Abschluss zu überzeugen. In bisher 862 Minuten traf er siebenmal, bereitete vier weitere Tore vor. Alle 72 Minuten ist er in der Bundesliga direkt an einem Treffer beteiligt. Damit liegt er vor Leroy Sane (101 Minuten pro Torbeteiligung) und Kingsley Coman (172 Minuten).
Das Wichtigste zum FC Bayern in Kürze
Gerade zum Saisonstart wusste Tel zu überzeugen, traf regelmäßig als Joker von der Bank und bekam von Thomas Tuchel keine Belohnung dafür. Der Trainer argumentierte, dass er einen Spieler brauche, der das Spiel als Einwechsler positiv beeinflussen könne. Nachvollziehbar, aber auch bitter für Tel, der das Momentum relativ schnell wieder verlor.
Mathys Tel: Zeit für mehr
Tuchel erklärte im späteren Saisonverlauf, dass Tel mehr nachdenke als zum Saisonstart und ihm dementsprechend die Lockerheit von damals fehle. Schuld daran hat vor allem der Trainer und nicht der Spieler. Tuchel verpasste es, Tel im richtigen Augenblick mehr Vertrauen zu schenken und ihn so aufzubauen. Stattdessen ließ er immer wieder Spieler auflaufen, die zwar in der Hierarchie weit oben stehen, sportlich aber weniger überzeugt haben.
Erst kürzlich wiederholte sich dieses Spiel: Tel war beim 2:2 in Freiburg einer der besten Spieler auf dem Feld, sein Tor war nur die Kirsche auf der Torte. Immer wieder rannte er offensiv an, probierte etwas aus und verunsicherte seine Gegenspieler. Wenn Tel spielt, gibt es keinen Zweifel daran, dass er offensiv wie defensiv 100 Prozent gibt.
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Den Ausfall von Sane wusste der Franzose zu nutzen. Dennoch entschied sich Tuchel gegen Lazio erneut gegen ihn. Nach dem 3:0 und einem ordentlichen Auftritt von Sane kann man argumentieren, dass der Trainer richtig lag. Doch wie gering muss das Vertrauen in Tel sein, wenn Tuchel sich lieber für einen Spieler entscheidet, der in den vergangenen Wochen von Spiel zu Spiel schwächer wurde?
Das muss sich ändern.
Ein neuer Vertrag ist für junge Spieler immer ein besonderes Zeichen. Doch wenn Tel sich entwickeln soll, braucht er auch abseits seines Arbeitspapiers das Vertrauen. Tuchel wird bald weg sein, aber auch er würde gut daran tun, einen seiner besten Offensivspieler regelmäßiger aufzustellen oder zumindest früher einzuwechseln.
862 Pflichtspielminuten und 31 Einsätze sind viel für einen 18-Jährigen beim FC Bayern. Das steht außer Frage. Doch sein Alter sollte den Trainer nicht daran hindern, die Fesseln endlich zu lösen. Wer weiß, wo der FC Bayern aktuell stehen würde, hätte Tuchel etwas mehr Mut bewiesen.